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Familie und Schuld

Ich weiß nicht was letzte Woche los war. Jeder Mensch mit dem ich mich unterhalten habe, hat sich plötzlich über die Herkunftsfamilie und den Umgang zwischen Eltern und Kind unterhalten. Es war als ob ein kollektives Thema in der Luft hing. Doch vielleicht ist es auch gerade an mir, sich dieses Thema einmal genauer anzusehen. Daher dieser Blogbeitrag.

In systemischen Aufstellungen ergeben sich oft Dynamiken zwischen Elternteilen und Kindern – auch wenn dieses schon erwachsen sind – die folgendes Kennzeichen tragen:

Kind : "Ich hatte eine schwere Zeit in meiner Kindheit mit Dir, weil …"

Antwort des Elternteil, wenn der Prozess vorher bereits positiv eine Einsicht gefördert hat : "Es tut mir leid, ich hatte meine eigenen Probleme und konnte nicht anders"

Was als kleine Dynamik hier definiert wurde enthält, meist folgenschwere Irrtümer der Eltern – Kind – Beziehung. Zum einen der Wunsch nach Verzeihung des Kindes, zum anderen die Einsicht/Schuld des Elternteils. Schauen wir uns diese beiden Bereiche einmal genauer an:

Der Wunsch nach Verzeihung vom Kind zum Elternteil

Wenn ein Kind für die in der Kindheit erfahrenen Probleme von seinen Eltern Verzeihung einfordert, stellt es sich innerlich über die Position der Eltern. Dies ist aus systemischer Sicht nicht möglich und wird viele andere Verwicklungen nach sich ziehen. Auch wenn es ein natürlicher Wunsch ist, dass derjenige, der einen verletzt sich entschuldigt, wird das so in dieser Generationen-Konstellation nicht funktionieren. Wenn ein Klient bei mir beharrlich darauf verweist, dass er erst glücklich werden kann, wenn die Eltern bereit zum Verzeihen sind, weiß ich, dass Veränderung nicht stattfinden kann.

Verzeihung ist ein leiser innerer Prozess. Es bedeutet das anzunehmen was ist. Es bedeutet den Schmerz innerlich von einem Menschen / Ereignis zu trennen. Es bedeutet anzunehmen, dass der Schmerz im Inneren ist und kein Mensch von außen das verändern kann. Das einzige was geschehen kann, wenn ein Elternteil sich entschuldigt, ist dass sich das Kind noch mehr gewahr werden würde, dass der Schmerz tief sitzt und in einem selbst verändert werden muss. Dies bedeutet nicht, dass man sich mit dem Menschen verbrüdern muss oder sich mit brutalen Eltern versöhnen soll, sondern es bedeutet im Kopf das Bild so zu verändern, dass man den eigenen Schmerz erkennt und sich dem öffnet, bis es vorbei ist. Dann erst kann man selbstverantwortlich weiter leben, ohne sein Leben von den Machenschaften anderer Menschen abhängig zu machen. Ansonsten sucht man sich immer wieder Stellvertreter im leben, die ähnliche Muster wie die Eltern haben, damit es auf dieser projektiven  Ebene gelöst wird.

Das Schuldgefühl der Eltern.

Kaum jemand, der den Übergang von jungen Mensch zum Vater /Mutter vollzieht, glaubt vorher daran, dass man als Elterteil Fehler machen wird. Man möchte alles anders machen als die Eltern mit einem gemacht haben. Doch dann kommt die Realität : Plötzlich ist man Vater eines Schreikinds, dass tagelang durch schreit. Oder Mutter zweier Kinder, die ständig alles zerstören, weil so eine Wut in Ihnen steckt. Und Und Und … Die Geschichten von Freunden und Klienten sind lang. Und auch ich habe eigene Erfahrungen mit meinem Kind gemacht. Nur die Liebe zu den Kindern lässt einem das durchstehen. Doch manchmal, wenn der Stress zu groß wird kann es sein, das Eltern nicht perfekt reagieren. Und leider sind es meist die Muster, wie diese das von den eigenen Eltern mitbekommen haben. Und schon vererben sich Verhalten und Glaubensmuster in die nächste Generation weiter.

Ein Mensch, der selbst reflektiert kann durchaus erkennen, dass er Schuld auf sich läd. Doch die größte Gefahr ist, dass er ein Schuldgefühl seinen Kindern entwickelt. Hier sollte man die Begriffe Schuld und Schuldgefühl durchaus trennen. Denn das Gefühl erzeugt zwischen den Generationen eine Art Abhängigkeit. Es hält den Wunsch des Kindes wach, dass doch Vater/Mutter sich entschuldigen sollten. Ebenso schwächt ein Schuldgefühl die Liebe der Eltern zu den Kindern.

Es gibt ein Buch von Jan-Uwe Robbe mit dem Titel "Ein Buch für alle unvollkommenen Eltern" das es auch ausdrückt. Nehmen Sie als Eltern es einfach an, dass Sie nur das tun, was Sie können und dass Sie nicht perfekt sind. Alles was Sie tun ist nur das was Sie gelernt haben und in Ihrem Erfahrungsschatz gesammelt haben. Dass Sie es besser machen können als Ihre Eltern, glaube ich schon. Doch Perfektion werden die Kinder zu verhindern wissen. Diese sind ja bei Ihnen gelandet um etwas zu lernen – Und sei es zu wissen wie man perfekt mit Wut umgeht.

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